Donnerstag, 2. Februar 2012

Zeitgenossen online shoppen


Am 3. Februar geht’s los. Und zwar nicht in Basel, London, New York oder Miami, sondern im Internet. Wo? Während der zweiten Auflage der Online-Messe VIP Art Fair – VIP 2.0 International Contemporary Art Fair. Nachdem der erste Versuch im Januar 2011 an Serverproblemen scheiterte – und zwar wegen zu hohem Besucheransturm!!! –, soll dieses Mal alles besser werden. 

Zahlreiche Galerien haben sich von einer erneuten Teilnahme überzeugen lassen. Die Ausstellerliste weist internationale Top-Galerien auf wie David Zwirner, Larry Gagosian – der selbstverständlich auch Dot-Paintings von Damien Hirst zeigen wird und damit seiner Ausstellungslinie der letzten Wochen treu bleibt –, Iwan Wirth oder Jay Jopling. Die gehören übrigens alle vier zu den Gründungsmitgliedern der Messe. Aber auch die deutsche Teilnahme kann sich sehen lassen, u.a. mit Eigen + Art, Thomas Schulte und Thomas Modern. Insgesamt listet die Website 135 Aussteller aus der ganzen Welt auf. Gezeigt werden alle Preisklassen, auch die obersten, wie zum Beispiel eine Arbeit des belgischen Künstlers Luc Tuymans, die mit über einer Million US-Dollar veranschlagt ist, bei David Zwirner, New York.

Virtueller Messestand. Photo: Courtesy of VIP Art Fair, New York.

Aufgebaut ist die virtuelle Veranstaltung wie eine echte Messe: Jeder Aussteller hat seinen Stand, in dem auf einer weißen Fläche die Arbeiten „hängen“. Die Besucher können sich iPad-mäßig durch die Werke „wischen“, so lange verweilen wie sie Lust haben, Informationen zu interessanten Arbeiten downloaden und dazu jederzeit wieder vorbei schauen, auch nach Mitternacht. Das Internet macht's möglich: Öffnungszeiten gehören der Vergangenheit an. Menschenmassen, die sich durch die Gänge zwischen den Ständen schieben ebenfalls. Denn die VIP Art Fair bietet, was sonst nur hochkarätigen Sammlern vorbehalten ist – „private viewing“. Das versteckt sich (für alle, die schon darüber gerätselt haben) auch hinter dem Kürzel VIP, das bedeutet nämlich „viewing in private“ und hat nichts mit den sehr wichtigen Personen zu tun. 
Trotzdem, für einen echten Messe-Fan fehlt doch die Atmosphäre, die Faszination einer großformatigen Arbeit an der Wand oder das Betrachten einer riesigen Skulptur, der Austausch mit Gleichgesinnten vor Ort, die vielen interessanten, unterschiedlichen Menschen … Es gibt doch kaum etwas Spannenderes als auf einer Art Basel oder einer Armory Show in New York, mitten im Trubel innezuhalten, tief Luft zu holen und alles einfach auf sich wirken zu lassen, oder? Aber möglicherweise hat eine Online-Messe ganz andere Qualitäten, die man jetzt noch gar nicht zu schätzen weiß. Also am besten mal reinklicken und sich selbst ein Urteil bilden. Nach dem 8. Februar, wenn die Online-Messe vorbei ist, wissen wir alle mehr. Ich halte euch hier auf dem Laufenden.
Registrieren kann sich übrigens jeder und zwar kostenlos. Wer sich allerdings direkt im Chat mit den Galerien oder anderen Messebesuchern austauschen will, benötigt entweder einen „elite pass“ oder muss 50 US-Dollar bezahlen. Allen anderen bleibt immerhin die Möglichkeit per E-Mail, Facebook oder Twitter zu kommunizieren. 

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