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Sonntag, 24. November 2013

Ein einfaches Mittel gegen den November-Blues? Gotthard Graubners Farbwelten

Eher zufällig kam ich an der Schwabinger Galerie von Walter Storms vorbei. Spontan entschied ich mich für einen kurzen Besuch. Und dann das – die „Farbkissen“ von Gotthard Graubner.

Gleich beim Betreten strahlte mich eine gelbe Arbeit an. Ein etwa zwei mal zwei Meter großer Farbflash, der an einem grauen Novembertag besonders gut kommt. Und es wäre kein Graubner, wenn das Gelb einfach Gelb wäre, nein bei ihm hat es viele Facetten. Es zeigt sich mal in helleren, mal in dunkleren Tönen bis hin zu Orange. Dazu kommt das Volumen der Werke. Die breiten sich aus, die sind präsent, die nehmen Raum ein und der wurde ihnen hier ausreichend eingeräumt: pro Wand ein Bild.

Trotz sommerlichem Farbflash mein Favorit ist eine Arbeit in dunkelgrünen Schattierungen. Da taucht der Blick ein, fühlt sich wohl und will gar nicht mehr davon ablassen. Bis zum 25. Januar sind die „Farbkissen“ in der Walter Storms Galerie zu sehen. In München gibt es bestimmt noch viele graue Tage. Also nutzt die Gelegenheit. Mehr über Gotthard Graubner könnt ihr hier in meinem Blog nachlesen.



Bildnachweis/Photocredit: 
luceo II, 2011; Mischtechnik auf Leinwand über Synthetikwatte auf Leinwand, 254 x 255 x 10 cm; courtesy walter storms galerie und Nachlass Gotthard Graubner

Sonntag, 26. Mai 2013

Gotthard Graubner – Meister der „Farbkissen“

Gotthard Graubner bei der Eröffnung der Ausstellung
„Die Sammlung Gunter Sachs“, München, Oktober 2012
Vielleicht habt ihr den Nebelraum im Herbst letzten Jahres in der Münchner Villa Stuck besucht oder schon einmal bei der TV-Übertragung einer Ansprache des Bundespräsidenten in seinem Amtssitz, dem Schloss Bellevue, die riesigen wie farbige Kissen anmutenden Arbeiten an den Wänden im Großen Saal bemerkt? Beides sind Werke des am Freitag (24.5.) verstorbenen deutschen Künstlers Gotthard Graubner. Ich habe leider noch nie eine Ausstellung von ihm besucht, aber seine „Farbkissen“ sind mir häufig begegnet, auch auf Messen von Köln bis Basel, wo die größeren für sechstellige Beträge gehandelt wurden. Kein Wunder, denn sie scheinen eine besondere Aura zu haben. Vielleicht liegt's an dem Volumen, vielleicht aber auch an den einzigartigen Graubnerschen Farbwelten.

Bart, Hut, Anzug mit Weste und eine Taschenuhr an einer langen Kette waren sein Markenzeichen. Inzwischen gehörte auch ein Stock dazu. So sah man ihn noch im April die Art Cologne besuchen. Geboren im Vogtland, entdeckt in Düsseldorf, zweimaliger documenta-Teilnehmer (1968/1977), deutscher Vertreter bei der Biennale in Venedig (1982), Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie von 1976 bis 1992, lebte und arbeitete Gotthard Graubner bis zuletzt in Neuss. Am 13. Juni wäre er 83 Jahre alt geworden.


Bildnachweis/Photocredit: Jutta Kautny